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Geologie

Geologisch - interessanntes Wetterhorn!

Flüchtig betrachtet ist das Wetterhorn ein Gebirgsstock wie jeder Andere. War man aber einmal bei der Glecksteinhütte oder gar auf dem Wetterhorn, fallen die vielen Gesteinswechsel auf!

Unten im Tal Kalk, die Hütte steht auf Gneis und der Gipfel des Wetterhorn ist wieder aus Kalk. Ist das nicht etwas sonderbar?

Die Glecksteinhütte steht sattelfest auf Gneisgestein. Dieses gehört zum 120km langen und 35km breiten Aarmassiv. Der Hüttenfels besteht somit aus kristallinem Ur- und Grundgestein der Erde! Dieses begann sich in unserer Region erstmals vor 350 Mio. Jahren anzuheben.

Rund um die Glecksteinhütte (Chrinnenhörner, Beesi Bärgli, Mittel- und Rosenhorn) ist man von kristallinem Urgestein Gneis umgeben. Der Hüttenweg selber führt ab Hotel Wetterhorn bis hinauf zum Oberen Scheenbiel über das jüngere Sedimentgestein Kalk (Ablagerungen in einem ehemaligen Meer)

Auf dem grössten Teil des Hüttenweges läuft man über Kalkgestein. Auch der Gipfelaufbau des Wetterhorn besteht aus Kalkgestein.
Während der Gneis seit der Entstehung der Erde vor ca. 4.5 Milliarden Jahren langsam entstand, sind die Kalkgebirge mit 350 Millionen Jahren ein relativ junges Gestein!
In der Trias-Zeit enstand ein gewaltiges, flaches Meerbecken. Darin wurde Gestein und Schlamm von der Gebirgsabtragung aber auch Algen, Muscheln, etc. abgelagert. (Ablagerungen = Sediment) Der Kalk am Wetterhorn besteht aus einer Schicht Meeresboden welche ca. 170 Mio. Jahre alt ist und heute als Dogger- und Malmkalk an der Erdoberfläche ist.

Vor 65 Mio. Jahren driftete der Afrikanische Kontinent in Richtung Alpen zu. Die Alpen wurden angehoben und die Sedimente in dem zwischenliegenden Meer wurden verschoben, angehoben, gefaltet und auch in das kristalline Gestein gedrückt.

So kommt es, dass wir heute ein totales Durcheinander von verschiedenen Gesteinsschichten haben. Der "Grundsockel" des Wetterhorn ist aus Kalk, darauf liegt das viel, viel ältere kristalline Urgestein Gneis (!!) und der Gipfelaufbau ist nochmals aus Kalk (Sedimente, Meeresablagerungen)

Wie kommt es, dass die Sitzplatten auf der Hüttenmauer und die Einfassung der Terrassentüre aus Kalk sind? Haben die Erbauer der Glecksteinhütte von 1902 diese weit oben vom Gipfel oder von weit unten vom Hüttenweg hochgeschleppt?

Weder noch!

Der Kalkplatten konnte man sich lediglich 80m unterhalb der Hütte bedienen. Dort kommt der Kalk, die sogenannte "Wildhorndecke" für wenige Meter an die Erdoberfläche!


Im Vordergrund der Kalk und hinten der Gneis.

Auf wenige Millimeter ist die Kontaktstelle vom Urgestein mit dem obenliegenden Sedimentgestein!

Auch in der Nähe des "Alten Gleckstein" und hinten im "Beesi Bärgli" gibt es interessannte Kontakstellen zu besichtigen: Obenliegender Gneis (Urgestein) und darunter das sehr viel jüngere Sediment oder Kalk. Verkehrte Welt.....


Gipfelaufbau Wetterhorn: Eingefärbt der Kalk, darum herum das Urgestein. Schier unvollstellbar wie die Alpenfaltung vor sich ging und heute immer noch in vollem Gange ist!